Eine kurze Einführung zum Thema Neurofeedback

Neurofeedback beruht auf der Messung, Analyse und kontinuierlichen Rückmeldung der EEG-Aktivität (der sogenannten „Hirnströme“). Im Gegensatz zum Biofeedback wird hier die Tätigkeit der Hirnrinde gezielt trainiert.

Dadurch lernen Klientinnen und Klienten, ungünstige zerebrale Muster zu verändern, die zum Beispiel mit folgenden Beschwerden und Symptomen einhergehen:

  • Übererregung (Stress-Symptome)
  • Angst, Sorgen, Panikattacken
  • Konzentrationsmangel
  • Defiziten der Impulskontrolle
  • Schmerzen

Nachstehend 2 interessante Links für Interessierte zum Thema Neurofeedback:

Aus der Mediathek des SWR Fernsehens: Neurofeedback in der Praxis:

Beitrag zum Thema Neurofeedback aus www.spiegel.de

Nach fünf bis zehn Sitzungen stellt sich meist eine spürbare Verbesserung ein. Sie entscheiden dann, ob Sie die Behandlung fortsetzen möchten. Zur dauerhaften Festigung dieser Fortschritte werden meist weitere zehn bis 20 Sitzungen empfohlen. Da diese Veränderungen positiv erlebt werden, wirkt Neurofeedback selbstverstärkend und es kommt zur dauerhaften Übertragung der erzielten Verbesserungen in den Alltag.

Neurofeedback wird wissenschaftlich gesichert zum Beispiel eingesetzt bei:

  • Störungen von Aufmerksamkeit und Konzentration: Aufmerksamkeitsstörung (ADS), Aufmerksamkeits-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) – auch bei Erwachsenen: die Behandlung setzt direkt an der Gehirntätigkeit an, kommt aber ohne Medikamente aus
  • Trauma und Traumafolgen (Post-Traumatische Belastungsstörung, PTBS): Neurofeedback reduziert die chronische Übererregung ohne das traumatische Erlebnis selbst zu thematisieren
  • Angst: Neurofeedback trainiert das Gehirn gezielt, die permanente Übererregung zu reduzieren
  • Depression: viele Betroffene lehnen Antidepressiva ab, manchmal bleiben Antidepressiva ohne die beabsichtigte Wirkung – hier stellt Neurofeedback eine interessante Alternative dar (evtl. auch in Kombination mit Psychotherapie bzw. Medikation)
  • Aggression, Sucht und Abhängigkeit (Spielsucht, Kaufsucht, Kleptomanie (pathologisches Stehlen, Substanzabhängigkeit), sowie manche Ess-Störungen, bei denen es Betroffenen schwerfällt, Impulse zu kontrollieren
  • Bewegungsstörungen, Tics: hier trainiert Neurofeedback die Funktionen der Sensomotorischen Rinde des Gehirns, im „Ruhemodus“ zu bleiben, wenn dies gewünscht wird
  • Psychosomatik (somatoforme Störungen), Schmerz und Tinnitus: ähnlich wie bei Ängsten besteht hier häufig eine körperliche und emotionale Übererregung, die letztlich auf ungünstige Aktivierungsmuster im Gehirn zurückgeht. Auch bei rein körperlich-somatisch begründeten Schmerzen und sonstigen Symptomen (z.B. Tinnitus) führt diese Übererregung zu einer massiven Verschlimmerung der psychischen Belastung. Durch Neurofeedback können Sie lernen, diese ungünstigen Aktivierungsmuster dauerhaft zu verändern.

Im Bereich Neurofeedback arbeite ich eng zusammen mit Kashavar Pazooki, dem Leiter der Neuroacademy Luxemburg.

Ab Anfang 2017 Neurofeedback-Ausbildung für Fachleute und Studierende in der Psychologischen Praxis Dr. Walter Renner (Referent: Kashavar Pazooki).